Heimatvereinsbibliothek geordnet und für die Nutzung vorbereitet

Seit drei Monaten sind die beiden Heimatvereinsmitglieder Sigrid Theen und Werner Laatsch ehrenamtlich dabei, die vorhandene Bibliothek des Heimatvereins in den neuen Räumen des  Wiedenbrücker Schule Museums an der Hoetger-Gasse neu einzuräumen und aufzustellen. Viele Stunden und Tage am Wochenende haben die beiden rund 1.700 Werke, angefangen von der Broschüre bis hin zum Lexikon sortiert, nachkatalogisiert, ausgepackt und für die zukünftige Nutzung vorbereitet.

Der Umzug der Bibliothek hatte ein zu bezifferndes Volumen. 28 Umzugskisten wurden in das neue Domizil geschafft und dort im Dachgeschoss des neuen Museums eingebracht. Lange Zeit wurden die Bestände im Kreisarchiv von Kreisarchivar Dr. Günter Brüning und seinem Team aufgearbeitet und zeitweise als Sonderbestand der eigentlichen Bibliothek gepflegt. Dabei wurde auch ein Findbuch angelegt auf das die Heimatfreunde jetzt zurückgreifen können.

In ihm ist der Bestand von rund 1.400 Heften, Festschriften und anderen Büchern verzeichnet. Darüber hinaus hatten sich einige hundert weitere Schriftstücke angesammelt. „Es sind unter anderem noch viele Zugänge aus Nachlässen einzuordnen“, erläutert Heimatvereinsvorsitzender Manfred Schumacher während des Pressetermins mit der Zeitung Die Glocke vor Ort.

Ab September 2009 können die Bestände während der Öffnungszeiten des Museums vor Ort benutzt werden. Eine Ausleihe wie in der Stadtbibliothek ist nicht möglich, da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt.

Neben periodisch erscheinenden Werken und Klassikern der Regionalgeschichte umfasst der Bestand auch Unikate wie etwa ein handgeschriebenes Gebetbuch aus dem Jahr 1761. Mit Illustrationen ist sogar das ledergebundene Gebetbuch von 1686 versehen.

Darüber hinaus sind weniger spektakuläre Objekte für die Heimatfreunde von großer Bedeutung. Sigrid Theen, die auch den historischen Gesprächskreis des Heimatvereins leitet, erläutert, dass „für den Gesprächskreis die Ausarbeitungen von Franz Flaskamp eine super Quelle darstellen“, die in vielen Einzelheften verschiedene Facetten der Wiedenbrücker- und Regionalgeschichte behandeln.

Auch zwei Ausgaben der „Spezial-Geschichte“ von Wiedenbrück,  von dem letzten Wiedenbrücker Stiftsdechant Karl Florenz Harsewinkel (1738 bis 1818) verfasstes Werk, hat Sigrid Theen in ihr Herz geschlossen. Einmal das Exemplar das mit Anmerkungen von Joseph Brill versehen wurde und dann die Ausgabe, die von Alfons Brielmann transkribiert wurde und als  Original im Bestand der Bibliothek vorhanden ist.

Wiedenbrücker Stadtgeschichte lässt sich auch in einigen Exemplaren der „Heimatblätter der Glocke“ nachvollziehen, was die Pressegäste der gleichnamigen Zeitung sehr freute. Sonst sind natürlich auch einschlägige Schriftenreihen wie das Jahrbuch für westfälische Kirchengeschichte, die Beiträge zur westfälischen Familienforschung oder die Osnabrücker Mitteilungen vorhanden.

Werner Laatsch haben es vor allem die acht handgeschriebenen Bücher des Heimatforschers und Schriftstellers Joseph Mellage angetan. Er berichtet unter anderem über seine Fahrten ins Heilige Land und nach Rom. Stolze 1.000 Seiten in gestochener Schrift zählt allein einer dieser Lederbände.

Die wertvollen Bestände sind im Tresor verschlossen und werden nicht vorgelegt.

Verstärkt sammelt der Heimatverein nun Literatur, die sich mit der Kunst des Historismus und der Wiedenbrücker Schule beschäftigt. Und hofft auch auf viele heimatgeschichtliche Kleinodien aus Privathaushalten die gerne vom Heimatverein übernommen werden. Bevor jemand alte Schriften wegwerfen möchte, wird gebeten sich mit dem Heimatverein in Verbindung zu setzen. Manfred Schumacher ist gerne bereit sich die möglichen Bestände zur Durchsicht anzusehen und kann unter Tel. 05242/36571 erreicht werden.

Die Präsenzbibliothek kann ab September während der Öffnungszeiten des Wiedenbrücker- Schule-Museums besucht werden: mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Es gibt dort einen Kopierer. Eine Anmeldung, ebenfalls während dieser Öffnungszeiten wird im Wiedenbrücker-Schule-Museum erbeten: Tel. 05242/3785526.